Schülerinnen der BBS Alfeld interpretieren Texte aus Louis Spohrs Oratorium „Die letzten Dinge“
Was haben jahrhundertealte Bibeltexte mit der Lebenswelt heutiger Jugendlicher zu tun? Mit dieser Frage haben sich die Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs der BBS Alfeld seit diesem Sommer im Religionskurs von Schulpastor Prof. Dr. Matthias Günther beschäftigt.
Ausgangspunkt war Louis Spohrs Oratorium „Die letzten Dinge“. Kirchenkreiskantor Tobias Langwisch stellte den Schülerinnen und Schülern Musikbeispiele des Werkes vor. Anschließend entwickelten sie im Unterricht eigene Interpretationen zu den Texten. Insgesamt entstanden so 19 Beiträge, von denen sieben in das Programmheft aufgenommen wurden.
Vier Schülerinnen werden ihre Ergebnisse bei der Aufführung am Sonntag, 8. November, um 17 Uhr vortragen. Dafür probten sie am Montag bereits in der Kirche St. Nicolai.
Eine von Ihnen ist die 19-jährige Johanna Kirk, die einen Auszug aus der Johannesoffenbarung wählte und die heutige Bedeutung des Regenbogens als Symbol beschrieb. „Mir fiel es leicht, mich reinzudenken. Ich bin schnell in einen Schreibfluss gekommen“, sagt sie. Etwas nervös sei sie vor der Aufführung. Aber: „Ich war bei vielen Konzerten dabei, meine Mutter singt im Chor“, verrät sie.
Die 18-jährige Nadine Polefka wird am Sonntag dagegen zum ersten Mal vor einem großen Konzertpublikum stehen. „Das Schreiben hat mir Spaß gemacht und ich interessiere mich sehr für Religion.“ Ihre Textstelle soll die Menschen optimistisch stimmen. „Ich freue mich, wenn die Zuhörer:innen etwas mitnehmen können“, so die Schülerin.
Ähnlich sieht es Thea-Marit Reinmöller, ebenfalls 18 Jahre alt. In ihrer Interpretation der Textstelle aus dem Buch Hesekiel macht sie auf die Bedeutung der Liebe als Trost in schwieriger Zeit aufmerksam. „Ich finde die Aktion cool, sie bietet mir die Chance, meine Ergebnisse vorzutragen“, freut sie sich.
Yuna Ulrich ist der Meinung, ihre Textpassage über einen Menschen in Not passe gut in die heutige krisenbeladene Zeit. „Das Lesen des Abschnitts hat mich zum kritischen Hinterfragen gebracht und aufmerksam gemacht auf die aktuelle Weltlage“, sagt die 19-Jährige.
Schulpastor Dr. Günther ist zufrieden: „Ich bin stolz auf meine Schülerinnen und Schüler und ihre überzeugenden wie kreativen Ergebnisse“, hob er hervor.
Für das Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr am Sonntag, 8. November, gibt es noch Karten für 25 beziehungsweise zehn Euro. Erhältlich sind diese im Vorverkauf unter: www.kulturvereinigung-alfeld.de oder an der Abendkasse.

